Pozantı Belediyesi Kültür Hizmetleri

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Wendepunkt des Bagdadbahnprojekts in Taurus: Belemedik

Der Name Belemedik wurde zum ersten Mal auf internationaler Ebene in Verbindung mit dem Bagdadbahn-Projekt, das Ende des 19. Jahrhunderts unterschrieben wurde, erwähnt. Das Projekt entstand, um das Transportnetzwerk Deutschlands aufgrund seiner Suche nach Rohstoffen und Handelsmöglichkeiten in Kleinasien auszubauen. In diesem Zusammenhang unterschrieben der osmanische Sultan Abdulhamid II. und der deutsche Kaiser Wilhelm II. eine Erlaubnis für den Bau der anatolischen Eisenbahn im Jahr 1888.

Als erste Etappe des Projekts wurde im Jahr 1983 die Strecke Istanbul-Izmit-Izmit-Ankara fertiggestellt, woraufhin als zweites die Strecke von Eskişehir nach Konya beendet wurde. 1903 begann die Ausbauung erneut ab Konya unter einem neuen Abkommen mit dem Namen “Bagdadbahnprojekt” wobei der Abschnitt Konya-Burgulu im Jahr 1904 beendet werden konnte. Im Anschluss begann eine Debatte, wie die herausfordernden Taurus Berge überwunden werden könnten. Nach einer Untersuchung der Umsetzbarkeit, wurde herausgefunden, dass das hohe Gefälle absteigend von 3500 auf 23 Meter in der Burgulu-Ulukışla-Gülek-Dorak-Adana Route (die zuerst vorgeschlagene Route) nicht für den Bau von Schienen geeignet wäre. Somit wurde die Strecke in Burgulu-Ulukışla-Çiftehan-Pozantı-Belemedik-Hacıkırı-Bucak-Kelebek-Durak und Yenice geändert.

Nicholas Mavrogordato, der Chef Ingenieur der deutschen Baufirma Philipp Holzmann, begann seit 1903 Konstruktionsanlagen in Ulukışla, Tosunali-Pozantı-Belemedik und Hacıkırı zu errichten. Im Rahmen des Projekts mussten 37 Tunnel zwischen Konya und Kelebek gegraben werden, wobei der herausfordernste Teil der Bau von 12 Tunneln, sieben Brücken und dem berühmten Varda Viadukt zwischen Belemedik und Hacıkırı war. Währenddessen etablierte sich Belemedik aus logistischer Not heraus als Basis für die Arbeitskräfte zum arbeiten und wohnen über einen längeren Zeitraum. Erste Gebäude wurden in diesem Zusammenhang ab 1905 angefangen zu bauen.

Vom Versorgungsstandort zum Gefangenenlager: Belemedik während des ersten Weltkriegs

Obwohl der Bau des Tunnels schon im jahr 1905 von Hacıkırı aus begann, wurde Belemedik erst nach 11 Jahren, im Jahr 1914, erreicht. In der Zwischenzeit brach der Italienisch-türkische Krieg in Libyen 1911 aus, was die italienischen Arbeiter, welche an den Brücken und Viadukten arbeiteten, dazu veranlasste, ihre Arbeit niederzulegen. In den Jahren 1911- 1912 begannen die Balkankriege, woraufhin eine große Mobilisierung von statten ging und alle Arbeiter von dem Projekt eingezogen wurden. Dazu kam, dass das osmanische Reich und Deutschland am ersten Weltkrieg beteiligt waren und somit nicht genügend Arbeiter für den Eisenbahnbau nach Bagdad, welches sie so schnell wie möglich erreichen wollten, zur Verfügung standen. Als Lösung wurde entschieden, Gefangene und Soldaten für den Bau nach Belemedik heranzuziehen. Zuerst wurden Gefangene aus Gallipoli und dem Kaukasus nach Belemedik gebracht, bevor die Stadt zu einer internationalen Siedlung wurde, in der Briten, Franzosen, Anzac, Russen, Griechen, Armeniern, Juden, Inder, Senegalesen, Deutsche, Schweizer, Österreicher und Türken zusammen arbeiteten und lebten. Belemedik wurde zur Heimat einer Bevölkerung von etwa 5000 Menschen mit einer Infrastruktur, die alles bot was die Menschen brauchten, wie Elektrizität und Wasserversorgung, Kantinen, Bäckereien, Kino, Kirche, Moschee, Speisesaal, Fabriken, Werkstätten, Postamt, Sozialwohnungen, Häuser, Villen und Schulen.

Während des ersten Weltkriegs, war der Bau der 12 Tunnel zwischen Belemedik und Hacıkırı noch immer nicht beendet. Am 16. Februar 1916 kam der Kriegsminister Enver Pasha nach Hacıkırı, um den langsamen Fortschritt des Tunnelbaus zu begutachten und stellte dabei den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften und Budget fest. Eine Militärseinheit aus Deutschland von 450 Personen, bestehend aus speziellem Eisenbahn Fachpersonal, wurde durch 8 Millionen Franc von der Osmanischen Staatsschuldenverwaltung aufgebaut. Trotz der Beschleunigung des Projekts, verschlechterte sich der Kriegsverlauf auf Seiten Deutschlands und des osmanischen Reichs. Als Ergebnis des Rückzugs, der am 4. Oktober 1918 begann, wurde der Waffenstillstand von Moudros am 30. Oktober 1918 unterschrieben. Die Niederlage Deutschlands und des osmanischen Reichs wurde akzeptiert und das Land wurde von den Briten und Franzosen besetzt. Der Bereich der Strecke Pozantı-Belemedik-Hacıkırı gehörte zum französischen Besatzungsgebiet von der Belemedik am 10. April 1920 und Pozantı am 25. Mai 1920 befreit wurden.

Belemedik während des Unabhängigkeitskriegs

Während der Besetzung Pozantıs und Belemediks führte der Ingenieur Nicholas Mavrogordato zusammen mit Monsieur Deduwal, der als sein Assistent ernannt worden war, seine Aufgabe des Eisenbahnbaus weiter und stellte den Fortschritt des Projekts sicher. Dem Bericht Mavrogordatos zufolge, wurde eine 25 Kilometer lange Schmalspurbahn von  Belemedik nach Azarıköy (Afyon) befördert, um von dort die von Russland gelieferten Waffen und Munition an die Front zu transportieren. Am 5. August 1920 kam der Gründer der türkischen Republik Mustafa Kemal Atatürk nach Pozantı, um von Mavrogordato in das Projekt eingewiesen zu werden.

Belemedik, das Thema des Assoziierungsabkommen war, einem Friedensabkommen mit Frankreich nach dem Unabhängigkeitskrieg, wurde von den Franzosen als Kriegsbeute gefordert, was von Mustafa Kemal Atatürk jedoch abgewiesen wurde.